Leitfaden für die Redaktionsarbeit und das Schreiben von Artikeln beim StudentenPACK.

Dieser Leitfaden ist ein lebendiges Dokument. Wir bessern gelegentlich nach. Leitsatz sei dabei immer In necessariis unitas, in dubiis libertas (Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit).

Allgemeines

  1. Das Magazin der Studierenden ist das „StudentenPACK“ (Neutron), Redakteure und Mitarbeiter sind StudentenPACKer.
  2. Das StudentenPACK erscheint, wenn möglich, monatlich in der zweiten Woche des Monats sofern diese eine Vorlesungswoche ist, bevorzugt am Montag. Ist der erste Tag des Monats ein Montag, verschiebt sich die Veröffentlichung auf den dritten Montag des Monats.
  3. Das StudentenPACK wird vom AStA der Universität zu Lübeck herausgegeben, die Redaktion ist aber inhaltlich und in ihrer Entscheidungsfindung vollständig unabhängig.
  4. Die Finanzierung des StudentenPACKs erfolgt einerseits durch die Studierendenschaft in Form eines durch das Studierendenparlament genehmigten Budgets, andererseits durch z.B. durch Werbung oder Kooperation mit gewerblichen Partnern erhaltene Drittmittel.
  5. Das StudentenPACK wird unentgeltlich abgegeben.

Redaktionelle Struktur

  1. Die Leitung der Redaktion des StudentenPACKs hat der Chef vom Dienst (CvD), welcher gleichzeitig Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) ist, und als solcher in der Zeitschrift erkenntlich sein muss. Redaktionelle Entscheidungen aller Art trifft letztendlich der CvD und trägt auch für sie die Verantwortung. Der CvD/V.i.S.d.P. wird von der Redaktion immer auf die Zeit einer Ausgabe bestimmt.
  2. Die Redaktion des StudentenPACKs arbeitet unentgeltlich. Nach voriger Absprache mit dem CvD sowie (wenn keine anderen finanziellen Ressourcen vorhanden sind) dem AStA-Finanzreferat können finanzielle Aufwendungen im Zusammenhang mit der redaktionellen Arbeit erstattet werden.
  3. Die Mitarbeit am StudentenPACK steht grundsätzlich jedem Lübecker Studenten frei. Über die Veröffentlichung von Artikeln entscheidet letztlich aber immer der CvD. Es gibt weder für interne (von der Redaktion erstellte) noch für externe Beiträge eine Veröffentlichungsgarantie.
  4. Redakteure des StudentenPACKs halten sich in ihrer Recherche, bei ihren Veröffentlichungen und auch sonst, solange sie das StudentenPACK repräsentieren, an das Presserecht sowie an den Pressekodex.

Arbeitsweise

  1. Es gilt das Zwei-Quellen-Prinzip. Bei Artikeln, die auf von Personen weitergegebenen Informationen beruhen, für die keine Belegdokumente vorliegen, muss eine zweite Quelle die Information bestätigen. Das heißt nicht, dass man es an zwei Stellen im Internet findet, sondern dass man zwei Personenquellen hat.
  2. Quellen, die anonym bleiben wollen, bleiben anonym. Keine Ausnahmen. Auch nicht in der Redaktion.
  3. Was ein Redakteur ausschließlich wegen seiner Mitgliedschaft in einem Gremium weiß, zum Beispiel weil es über einen internen Mail-Verteiler ging, kann nicht als Quelle für einen Text dienen. Eine Ausnahme ist, was in öffentlichen Teilen einer Sitzung besprochen wird. Hier hätte der Redakteur ja ohnehin anwesend sein können.
  4. Sei fair zu denen, die der Text betrifft. Gib ihnen möglichst die Möglichkeit Stellung zu beziehen.
  5. Der Text erscheint wenn er fertig ist. Natürlich ist es schön, der erste zu sein, dies entscheidet aber nicht wann der Text erscheint.

Recht an Text und Bild

  1. Die Rechte an Texten und Bildern verbleiben beim Autor/Produzenten. Er kann sie nach Belieben vervielfältigen und an anderen Stellen veröffentlichen. Das StudentenPACK, und damit sein Herausgeber der AStA und mit ihm auch andere Publikationen der Studierendenschaft, können Artikel allerdings ebenfalls neuveröffentlichen und benötigen dafür keine erneute Genehmigung des Autors. Sonderabsprachen können diesbezüglich getroffen werden und müssen dann schriftlich festgehalten werden.
  2. Zusätzlich gelten die Lizenzangaben neben dem Artikel. Das StudentenPACK veröffentlicht auf Wunsch der Autoren Texte unter Creative-Commons-Lizenz, diese dürfen unter Einhaltung der Lizenz natürlich verwendet werden.

Bilder

  1. Allgemein gilt: Das Auge freut sich bei längeren Texten über Zwischenüberschriften und Bilder. Bilder helfen auch sehr beim Anpassen von Texten an Seitenlängen.
  2. Das StudentenPACK veröffentlicht Bilder nur dann, wenn diese unter einer Lizenz stehen, die dies erlaubt, oder wenn sie diese Erlaubnis vom Fotografen haben.
  3. Der Fotograf oder die Bildquelle ist immer zu nennen.

Zahlen, Uhrzeiten, Daten, Prozente, Währungen, Gesetze

  1. Zahlen bis Zwölf werden üblicherweise ausgeschrieben. Zahlen ab fünf Stellen erhalten Trennpunkte (15.000 aber nicht 5.000).
  2. Eine Uhrzeit wird in <Stunde>:<Minute> Uhr geschrieben, also: 12:45 Uhr, allerdings wäre kurz vor eins, Viertel vor eins, dreiviertel eins ebenso gestattet.
  3. Ein Datum wird <Zahl>. <Monat> geschrieben, also: 14. August. Das Jahr wird nur dann erwähnt, wenn es nicht sofort klar ist, dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Artikel historische Ereignisse aus mehreren Jahren behandelt. In Daten werden Zahlen unter Zwölf auch als Zahlen geschrieben, sie erhalten keine führende Null.
  4. Im Textfluss wird von einer Steigerung um vier Prozent geschrieben. Bei Häufung von Prozenten, zum Beispiel in Wahlergebnissen, empfiehlt es sich Zahlen und das Prozent-Zeichen zu nutzen.
  5. Währungsnamen werden üblicherweise ausgeschrieben. Pfund meint das Britische Pfund, Dollar den US-Dollar. €, $ und ähnliches sind nicht zu benutzen.
  6. Zahlen vor Währungen, Prozent, Uhr oder vor dem Monat werden als Zahl geschrieben, auch wenn sie kleiner als zwölf sind.
  7. Wenn wenige Paragraphen vorkommen, schreiben wir das Wort aus, sonst nutzen wir das §-Symbol. Die Zahl des Paragraphen und des Absatzes/Satzes wird nie ausgeschrieben. „Paragraph 4, Absatz 1“ ist eine Aufzählung, daher wird mit Komma getrennt.

Namen und Titel

  1. Titel gehören zu Namen und sind zu nennen, wenn die Person den Titel üblicherweise trägt.
  2. Der volle Name (inklusive Titel) wird genannt, wenn die Person das erste mal auftaucht. Das StudentenPACK nutzt danach den Vornamen sofern dies dem Verhältnis zwischen Redaktion und Erwähntem entspricht (z.B. bei anderen Studenten: Aus StuPa-Präsident Lucas Kötter wird danach Lucas), ansonsten den Nachnamen, ggf. mit Titel (aus Prof. Till Tantau wird danach entweder Prof. Tantau oder Tantau).
  3. Auf Initialen des Mittelnamens usw. wird sofern möglich verzichtet.
  4. Lateinische Bezeichnungen/Namen von Spezies sind kursiv zu schreiben. Beim ersten Auftreten in Gänze (Homo sapiens), später kann gekürzt werden (H. sapiens). Ausnahmen bilden bekannte Dinosaurier, Drosophila und E. Coli. Kursivschrift gilt auch für fiktive Speziesbezeichnungen wie Homo Economicus.
  5. Titel von Zeitschriften werden in Anführungszeichen geschrieben, zum Beispiel: „nature“ oder „The New York Times“.

Fachbegriffe

  1. Fachbegriffe musst du bei ihrem ersten Auftreten im Text erklären.

Abkürzungen/Begriffe

  1. Genau dann wenn eine Abkürzung die übliche, in der Gruppe der Leser besser verstandene, Formulierung ist (FBI) oder die vollständige Nennung ohnehin keinerlei Erkenntnis für die Leser hat (z.B. SARS) kannst Du im Text sofort die Abkürzung nutzen. In allen anderen Fällen schreibe beim ersten Auftreten den Begriff in ganzer Länge und dahinter in Klammern die Abkürzung. Es gibt keinen Grund eine Abkürzung einzuführen, wenn der Begriff sich im Text nicht wiederholt.
  2. AStA und MINT sind Akronyme und keine Abkürzungen, das erkennt man daran, dass sie wie ein Wort gesprochen werden und die Buchstaben nicht einzeln aufgesagt werden müssen. Akronyme sind Teil des Sprachgebrauchs und du musst sie üblicherweise, wenn sie keine Fachwörter sind, nicht erklären.
  3. Grundsätzlich sollten Abkürzungen nur verwendet werden, wenn sie für Eigennamen stehen, verboten sind im Text also „z.B.“, „usw.“, „o.ä.“, „etc.“, „s.o.“, „vgl.“, „u.a.“,
    „i. S.“, „ca.“…
  4. Grundsätzlich dürfen Abkürzungen für Einheiten genutzt werden (m statt Meter, Pa statt Pascal), dies empfiehlt sich immer dann, wenn sich Angaben mit Einheit häufen und man daher auch die Zahlen immer als Zahlen ausschreibt (auch jene unter Zwölf).
  5. Häufig:
    1. DER AStA
    2. DAS StuPa
    3. DIE LN sind die Lübecker Nachrichten (Falsch ist es also zu sagen: Die LN hat… stattdessen es ist die LN haben…).
    4. DIE ARD ist die „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ und damit Singular, Feminin.
    5. DAS PAS, DAS KUS (das Wort Referat ist implizit). Diese Akronyme sollten allerdings eingeführt werden.
    6. DAS BAföG. BAföG ist eigentlich das Gesetz, das erhaltene Geld muss BAföG-Leistung o.ä. heißen, hier kann aber auf übliche Umgangssprache verwiesen werden. Sofern das Gesetz nicht im Text vorkommt, kann davon gesprochen werden, dass man BAföG erhält.
  6. Nutze feststehende Begriffe des Uni-Lebens richtig
    1. Bachelor/Master-System, nicht Bachelor-Master-System
    2. Chillen & Grillen ist eine Veranstaltung der Fachschaft MINT im Sommer, Grillen & Chillen ist eine Veranstaltung im Rahmen der Erstiwoche.

Anglizismen

  1. Es spricht nichts dagegen, dass du einen Anglizismus nutzt (oder auch Übernahmen aus einer anderen Sprache), wenn er etwas auszudrücken vermag, dass das entsprechende deutsche Wort nicht kann (dies gilt natürlich auch für andere Sprachen) oder wenn dieser im Zusammenhang etablierter ist als das deutsche Wort.
  2. Nomen, auch wenn sie aus dem Englischen kommen, werden im deutschen Text groß geschrieben. Bestehen sie aus einem Adjektiv und einem Nomen, so sind sie im Deutschen getrennt oder zusammen, aber nicht mit Bindestrich zu schreiben (Civilwar/Civil War, Bluejeans/Blue Jeans, Compact Disc/Compactdisc). Bei Zusammensetzungen aus englischen Nomen oder bei der Vermischung von Englisch und Deutsch nutzt du am besten den Bindestrich (Content-Management-System, Assessment-Center, Science-Fiction, Time-Sharing-Methode, Power-Point-Präsentation), aber du kannst sie auch zusammen schreiben. Zudem gibt es Anglizismen mit Verb und Adverb (Break-down /Breakdown, Take-off / Takeoff), auch hier ist beides zulässig, doch das Adverb wird klein geschrieben. Letztlich noch Anglizismen mit Partikeln (Pay-per-View, Stop-and-go), hier werden nur die Substantive groß geschrieben. (Aus: Richtiges Deutsch leicht gemacht)
  3. Geschlecht: hierzu gibt es im Deutschen keine Regel, häufig orientiert man sich am Geschlecht einer möglichst nahen Übersetzung.

Zitieren

  1. Zitiere nur dann, wenn das Zitat tatsächlich Informationen beinhaltet und wenn es von Bedeutung ist, dass diese Person es gesagt hat oder wenn dies anderweitig zusätzlichen Nutzen hat (zum Beispiel, weil es Authentizität verleiht).
  2. Zitiere nicht zu viel. Vieles lässt sich in einer indirekter Rede besser und kürzer zusammenfassen.

Links, Webseiten, E-Mail

  1. URLs (Adressen von Webseiten) sollen nicht im Text stehen, sondern am Ende in einen Infokasten kommen. Im Text kann „(Siehe Infokasten)“ stehen, das selbe gilt für E-Mailadressen.
  2. Bitte keine privaten E-Mailadressen angeben.
  3. Auf der Website des StudentenPACKs werden entsprechende Websites direkt verlinkt.

Werbung

  1. Werbung wird immer als solche kenntlich gemacht, dies geschieht innerhalb des Heftes bei ganzseitigen Anzeigen durch das Wort „Anzeige“ als Kolumnentitel, bei kleineren Anzeigen durch eine Abgrenzung vom redaktionellen Inhalt durch einen Strich und das Wort „Anzeige“ an diesem Strich.
  2. Werbung für Veranstaltungen der Studierendenschaft werden kostenlos veröffentlicht. Allerdings obliegt es der Redaktion und dem CvD Werbung aus beliebigen Gründen nicht zu veröffentlichen.
  3. Im StudentenPACK erscheinen keine PR-Artikel. Für den Text wird der Autor weder von uns noch von einer anderen Gruppe oder Organisation in irgendeiner Weise bezahlt, außer um Unkosten zu decken oder zeitlichen Aufwand zu entschädigen.

Tips und Tricks

  1. Ziehe kurze Wörter langen, gleichbedeutenden Wörtern vor.
  2. Wenn es möglich ist ein Wort zu streichen, streiche es.
  3. Schreibe lieber aktiv als passiv. Das Passiv ist dann zulässig, wenn du a) die handelnde Person nicht kennst („Peter ist überfahren worden“) oder es b) auf das Objekt und nicht auf die Person ankommt („Der Text wird solange verbessert, bis…“).
  4. Nutze Metaphern und Sprachbilder oder ein Beispiel, welches du vom Lesen nicht gewöhnt bist.
  5. Nutze deutsche Wörter lieber als gleichbedeutende Fremdwörter.
  6. Verwende nur Wörter, die tatsächlich deutsche Wörter sind (ein guter Hinweis ist der Duden).
  7. Die deutsche Sprache hat Satzzeichen. Punkt (.), Komma (,), Gedankenstrich (-), Semikolon (;), Doppelpunkt (:) und natürlich Fragezeichen (?), Ausrufezeichen (!). Keine Satzzeichen sind ; ), : ),^^, oder : D. Sie sind zu vermeiden. Auch „…“ ist außerhalb von Zitaten nicht angebracht.
  8. Ein Artikel ist kein Brief. Bitte beginne ihn nicht mit einem Gruß und beende ihn auch nicht mit einem solchen.
  9. Üblicherweise ist die direkte Ansprache des Lesers in journalistischen Texten nicht vorgesehen. Sollte es aber dennoch sinnvoll sein, so duzt das StudentenPACK seine Leser (und schreibe „du“ klein, sofern nicht eine spezielle Person angesprochen wird).
  10. Angaben von Quellen erfolgen über Nennung, nicht über wissenschaftliche Zitierweise. Anstelle von „wie in [1] berichtet“ lieber „wie im November im Spiegel berichtet“.
  11. Das StudentenPACK überlässt es jedem seiner Autoren mit der Frage gendergerechter Formulierung umzugehen, wie er das möchte (und hat sich entschieden dieses Stylebook in einem generischen Maskulinum zu verfassen). Innerhalb eines Textes muss dies konsistent sein.
  12. Ein Absatz ist eine gedankliche Einheit und am Ende des Absatzes sollte der Gedanke abgeschlossen sein. Absätze aus nur einem Satz sollten selten sein.
  13. Eine Handlung in der Vergangenheit wird im Präteritum geschrieben, wenn sie keinen Einfluss auf die Gegenwart hat („1832 starb Goethe“). Alle anderen Handlungen in der Vergangenheit müssen im Perfekt stehen („Ich habe vor drei Jahren begonnen zu studieren, weswegen ich nun eine Bachelorarbeit suche“).
  14. Das StudentenPACK erlaubt umgangssprachliche Formulierungen („Da geht noch einiges“, „Er wird zwanzig“, „Einfach mal studieren“). Bitte nutze sie nur dann, wenn es für dich auch richtig und wichtig erscheint. Schimpfwörter sind üblicherweise zu vermeiden, außer sie sind es mal nicht.
  15. Wenn du es anders machst, als hier beschrieben, tue es bewusst und mach was draus!