Ein Walnuss-Curry erfüllt alle Kriterien für Brainfood!Svenja Meyn | StudentenPACK.

Ein Walnuss-Curry erfüllt alle Kriterien für Brainfood!

Wir alle wissen, dass sich unser Lebensstil darauf auswirkt, wie leistungsfähig wir sind. Wir wissen, dass es unserem Körper besser geht, wenn wir Sport machen, genug schlafen und uns gesund ernähren.

Aber was genau heißt denn „gesunde Ernährung“? Essen wir nicht hauptsächlich, um unseren Körper mit Energie zu versorgen und ihm die Bausteine für seine Funktionen zur Verfügung zu stellen?

Forscher haben herausgefunden, dass Ernährung viel mehr kann als das, was wir intuitiv denken. Man geht davon aus, dass eine gesunde Ernährung unsere kognitiven Fähigkeiten verbessern und uns sogar vor Krankheiten schützen kann.

Um das zu verstehen, möchte ich euch zunächst einen kurzen Einblick in die Geschichte der Entwicklung unseres Gehirns geben. Aufgrund von paläontologischen Funden geht man davon aus, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Zugang zu Nahrung und der Größe des Gehirns in der Entwicklung der Menschen gibt. Wie ihr bestimmt schon einmal gehört habt, spielt beispielsweise die Entdeckung des Feuers durch den Menschen eine große Rolle, da sich daraus vollkommen neue Möglichkeiten zur Zubereitung von Nahrung entwickelten.

Eine wichtige und gut erforschte Beziehung besteht zwischen der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und deren Auswirkungen auf das Gehirn. Docosahexaensäure (DHA) gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und ist ein wichtiger Teil von Zellmembranen. Da der menschliche Körper jedoch nicht in der Lage ist, DHA in ausreichenden Mengen selbst zu synthetisieren, sind wir von dessen Aufnahme über unsere Nahrung abhängig.

Forscher vermuten, dass DHA eine wichtige Rolle bei der sogenannten Encephalesierung, also bei der Zunahme der Gehirnmasse im Verhältnis zur Körpermasse im Laufe der Menschheitsentwicklung, spielt. Menschen fingen erst an, Fisch mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren zu essen, bevor sich ihre Gehirne stark vergrößerten.

Aber was genau macht eigentlich Docosahexaensäure in unserem Körper? Als wichtiger Bestandteil von Zellmembranen wirkt sich DHA auf die Funktion von Synapsen aus. Falls sich jemand schon eine Weile nicht mehr mit Bio beschäftigt hat: Synapsen sind dort, wo eine Nervenzelle aufhört und die nächste beginnt. Deshalb sind sie wichtig für die Weiterleitung von Informationen im Körper, also auch für unsere kognitive Leistung.

Wenn unser Körper viel DHA zur Verfügung hat, wirkt sich das wie eine Art Schmiermittel auf die Aktivität der Synapsen aus: Rezeptoren, die an den Synapsen sitzen um Stoffe zu binden, funktionieren besser, genauso wie Membranproteine, die für den Transport von Stoffen von einer Seite auf die andere zuständig sind. Aber auch einfache Ionen können leichter durch Membranen diffundieren, wenn DHA in ausreichender Menge vorhanden ist.

Dieser Zusammenhang wurde in zahlreichen Studien untersucht. Bei Nagetieren hat man zum Beispiel festgestellt, dass sich ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren negativ auf Lernen und Erinnern auswirkt. Bei Menschen hat man festgestellt, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Störungen wie ADS, Depression oder Demenz steht. Daraufhin hat man logischerweise versucht, mit Omega-3-Fettsäuren die kognitiven Defizite bei psychischen Störungen zu verringern.

In einer Studie wurden Schüler mit Entwicklungsstörungen untersucht. Es gab eine Gruppe von Schülern, die Placebos erhielt und eine, die ein tatsächliches Omega-3-Präparat erhielt. Dabei wurde tatsächlich ein Zusammenhang zwischen den Omega-3-Fettsäuren und reduzierten kognitiven Defiziten festgestellt. In anderen Studien wurden ähnliche Effekte auch bei Schülern festgestellt, die trotz einer normalen Begabung nicht besonders gute Leistungen in der Schule erbrachten. In Tests verbesserten diese Kinder in der Omega-3-Gruppe ihre Leistungen.

Ein weiterer Faktor, der sich auf die Informationsübertragung an den Synapsen auswirkt, sind die sogenannten Antioxidantien. Ein Beispiel für ein Nahrungsmittel mit einem hohen antioxidativen Wert ist Kurkuma. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass sich die Gedächtnisprobleme bei Alzheimer verringern, wenn den Tieren Kurkuma gegeben wurde. Auffällig ist außerdem, dass in Indien, wo in traditionellem Essen viel Kurkuma zu finden ist, deutlich weniger Menschen an Alzheimer erkranken, als in anderen Ländern. Dort könnte also ein Zusammenhang bestehen. Generell wirken Antioxidantien, indem sie die Zellmembranen vor der Reaktion mit freien Radikalen schützen. Ähnlich wie Omega-3-Fettsäuren tragen sie also zur Funktionsfähigkeit von Membranen und damit zur Gesundheit unseres Gehirns bei.

In a nutshell: Nahrung versorgt unseren Körper nicht nur mit Energie, sondern kann auch auf molekularer Ebene unsere kognitive Leistung unterstützen. Dies spielt insbesondere bei der Prävention von Alzheimer eine wichtige Rolle.

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