Biochemie – nicht gerade das Fach, das die meisten Medizinstudenten am liebsten haben. Vielleicht ist man gerade durch die Chemie-Klausur durchgekommen, hat den letzten Praktikumstag im vergangenen Semester ordentlich gefeiert und jetzt geht der ganze Kram wieder von vorne los – nur mit noch größeren Molekülen, längeren unaussprechlichen Namen und im Zuge dessen lauter Abkürzungen.

Ich habe jetzt gut einen Monat Biochemie-Vorlesungen hinter mir und immer öfter driften meine Gedanken ab, das ist doch eh alles zu schnell und Zeit zum Nacharbeiten habe ich auch nicht wirklich. Insofern war ich ganz glücklich, in ein Buch hineinschauen zu können, welches scheinbar die gesamte Biochemie für etwa 20 Euro auf gut 300 Seiten zusammenfasst.

Das Buch „Survival Kit Biochemie“ ist meiner Meinung nach gut strukturiert. Das Inhaltsverzeichnis ist aufgrund seiner Länge von nur zwei Seiten sehr übersichtlich, man findet Themen auf einen Blick. Ein absoluter Pluspunkt für mich. Öffne ich es an einer beliebigen Stelle, springen mir mindestens zwei Abbildungen und eine Infobox ins Auge, die Struktur ist also aufgelockert und ansprechend. Die Infoboxen haben verschiedene Farben, je nach dem, ob es sich um die Kategorie „Für die Klausur“, „Lerntipp“, „Achtung“ oder „Für Ahnungslose“ handelt. Diese Kategorie beschreibt in zwei Sätzen absolute Grundlagen, die unabdingbar für das Thema sind. Für jemanden, der länger aus der Schule raus ist oder Chemie abgewählt hat, kann hier der eine oder andere Aha-Effekt auftauchen.

Allgemein ist das Buch weniger wie ein Lehrbuch geschrieben, sondern sehr viel lebhafter und auch persönlicher. Der Leser wird oft direkt angesprochen und mit einbezogen. Der Autor versteift sich nicht auf stumpfe Fakten und Gegebenheiten, sondern verpackt die Theorie in eine Sprache, die man gut verstehen kann, ohne jede Seite doppelt lesen zu müssen.

Zum Inhalt kann ich nach einem Monat Biochemie natürlich noch nicht so viel sagen. Was mir beim Lesen der Themen aufgefallen ist, welche mir schon bekannt waren, sind viele Querverweise. Unter Umständen muss man also ziemlich zwischen den Kapiteln hin- und herblättern, um den gesamten Text zu verstehen. Zudem sind manche Kapitel sehr kurz gehalten – ich kann im Moment nicht beurteilen, ob man für eine Klausur oder ähnliches nicht mehr zu dem jeweiligen Thema wissen muss. Was ich gelesen habe, konnte ich aber gut nachvollziehen, auch wenn ich in der dazugehörigen Vorlesung nicht immer geistig anwesend war.

Insgesamt gefällt mir das Buch ziemlich gut und für jemanden, der normalerweise in die Vorlesungen geht und dann für die Klausur oder die Praktikumsvorbereitung das Eine oder Andere nachlesen und wiederholen möchte, ist es eine gute Zusammenfassung – vielleicht sogar als echte Alternative zu anderen Kurzlehrbüchern. Ich werde es künftig auf jeden Fall benutzen und damit – hoffentlich – die Biochemie überleben.

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