Präsident Lehnert eröffnet die VeranstaltungLukas Ruge | StudentenPACK.

Präsident Lehnert eröffnet die Veranstaltung

„Es waren sehr spannende und ich denke auch für die Universität extrem wichtige und zukunftsweisende erste 16 Monate […] der ersten Phase der Stiftungsuniversität“, beginnt Unipräsident Prof. Hendrik Lehnert seine Eröffnung des Jahresempfangs der Universität zu Lübeck. Mit Cervantes setzt Lehnert zudem das ironische Motto der Veranstaltung fest: „Fasse dich kurz, denn Reden, die nicht enden wollen, gefallen nicht.“

Die Eröffnungsrede endet nach 20 Minuten, ihr war bereits das Grußwort des Staatssekretärs Fischer (SPD) vorangegangen, vor dem wiederum Lehnert kurz gegrüßt hatte. Nach 47 Minuten wurden die letzten zwölf Monate ausführlich beschrieben und die Veranstaltung ist erfolgreich eröffnet.

Der Abend geht über zu den Preisverleihungen. Der erste Preis, der mit 1000 Euro dotierte Preis für besonderes studentisches Engagement, geht in diesem Jahr an die Redaktion dieser Zeitung, welche vertreten durch sieben Redakteure die Urkunde entgegennimmt. Prof. Till Tantau hält die Laudatio und hebt dabei insbesondere den Wert von freiwilligem Engagement hervor. „Lobt die Uni weiter, kritisiert die Uni weiter“ gibt Tantau den Preisträgern mit auf den Weg.

Auch etwas zurückgegeben: Die Redaktion übergibt Präsident Lehnert sein Portrait.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Auch etwas zurückgegeben: Die Redaktion übergibt Präsident Lehnert sein Portrait.

Annika Munko hält für das StudentenPACK eine kurze Dankesrede. Bevor die Redaktion die Bühne verlässt übergibt sie Präsident Lehnert das Porträt von ihm, welches sie für die Januar-Ausgabe angefertigt hatte. Das Protokoll vermerkt Heiterkeit.

Nach dem studentischen Preis wird erstmalig der „Thomas-Fredenhagen-Preis“ verliehen, welcher kurz von Michael Weiß von der Kaufmannschaft Lübecks erklärt wird. Mit 10.000 Euro hochdotiert wird der Preis für besondere Erfolge im Transfer von Forschungsergebnissen zu wirtschaftlicher Leistung ausgelobt. Vier Forscherteams sind nominiert, erst hier auf der Veranstaltung soll verraten werden, an wen der Preis geht.

Die Benennung nach einem wenig bekannten Kaufmann aus dem 17. Jahrhundert mag den geneigten Hörer an die Umbenennungsdiskussion der Universität erinnert haben, bei welcher ein anderer Name eines Lübeckers aus dem 17. Jahrhundert wegen Unbekanntheit als unbrauchbar abgetan wurde.

Die Laudatio, oder vielmehr was die Laudatio sein sollte, hält Prof. Thorsten Buzug, welcher allerdings den Großteil seiner Redezeit mit allgemeinen Betrachtungen zum Technologietransfer und zur Notwendigkeit des wirtschaftlichen Denkens in der Forschung verbringt. Selbst als er selbst anmerkt, dass die Zeit zu knapp wird und er sich nun kurz fassen möchte, kommt er nicht sofort zu den vier nominierten Teams.

Prof. Dr. Alfred Vogel dankt in erster Linie seinen Miterfindern.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Prof. Dr. Alfred Vogel dankt in erster Linie seinen Miterfindern.

Die erste Stunde der Verleihung ist vorbei als Buzug verkündet, dass der Thomas-Fredenhagen-Preis an das Team von Erfindern aus dem Institut für Biomedizinische Optik geht. Prof. Dr. Alfred Vogel scheint erst zu glauben, er müsse auf seine Rede verzichten, um den Verzug der Veranstaltung nicht noch zu erhöhen. Letztlich kann allerdings auch er noch eine Rede halten.

Wer bis hierhin durchgehalten hat, darf sich von großartiger Musik unterhalten lassen. Musikalisch untermalt die Band Yxalag den Abend mit schwungvollem Klezmer, zu dem man sich eigentlich bewegen müsste, was aber keiner tut. Das größtenteils Anzug tragende Publikum imitiert während des Stücks „Ershter Walz“ fünf Minuten lang Schaufensterpuppen, bevor das Programm seinen Lauf nimmt.

Yxalag bringen den Raum nicht zum Tanzen. Das ist aber nicht ihre schuld.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Yxalag bringen den Raum nicht zum Tanzen. Das ist aber nicht ihre schuld.

Dietrich Herms hat beim gemeinnützigen Verein der „Alumni, Freunde und Förderer der Universität zu Lübeck“ neun Jahre lang ehrenamtlich die Bücher geführt. Er tat dies, so bemerkt Hendrik Lehnert in seiner Laudatio für den Mann, dem nun die Ehrennadel der Universität verliehen wird, so tadellos, dass es all die Jahre keine Beanstandung gegeben habe. Herms ist inzwischen zudem ehrenamtlicher Bürgermeister in seinem Heimatort geworden und legt sein Amt als Buchhalter nun nieder, Mitglied bei den Alumni bleibt er aber.

lange bei den "Alumni, Freunde und Förderer der Universität zu Lübeck": Dietrich Herms erhällt die EhrennadelLukas Ruge | StudentenPACK.

lange bei den „Alumni, Freunde und Förderer der Universität zu Lübeck“: Dietrich Herms erhällt die Ehrennadel

„Die Universität zu Lübeck verleiht Herr Dietrich Herms die Ehrennadel der Universität zu Lübeck in Würdigung seiner großen Verdienste um die Förderung der Universität zu Lübeck“, steht es auf der Urkunde, die Prof. Lehnert zusammen mit der Nadel übergibt. „Die stecke ich Ihnen aber nicht an“, scherzt Prof. Lehnert, „Ich weiß nicht ob ein Chirurg im Raum ist.“

Die Universität zu Lübeck verleiht Herr Gerd Rischau die Ehrenbürgerschaft der Universität zu Lübeck in Würdigung seiner herausragenden Verdienste um die Förderung der Universität zu Lübeck. Als Vorsitzender des Hochschulrates war er wichtiger und unverzichtbarer Ratgeber für die Universität. Er hat den Weg zur Stiftungsuniversität gestaltet und sich stets mit großem Engagement für die Verbundenheit von Stadt und Universität eingesetzt.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Die Universität zu Lübeck verleiht Herr Gerd Rischau die Ehrenbürgerschaft der Universität zu Lübeck in Würdigung seiner herausragenden Verdienste um die Förderung der Universität zu Lübeck. Als Vorsitzender des Hochschulrates war er wichtiger und unverzichtbarer Ratgeber für die Universität. Er hat den Weg zur Stiftungsuniversität gestaltet und sich stets mit großem Engagement für die Verbundenheit von Stadt und Universität eingesetzt.

In die Reihen der Ehrenbürger der Universität reihen sich an diesem Abend zwei neue Bürger ein, Gerd Rischau und Renate Menken, beide gebürtige Lübecker. Die Laudatio für Rischau hält Dr. Helmuth Pfeifer, ebenfalls Ehrenbürger der Universität, der besonderen Einblick in das Leben des Gewürdigten hat, denn die beiden kennen sich seit Schulzeiten. „Gerd Rischau war für mich immer ein ehrenhafter Bürger“, sagt Pfeifer, „eigentlich ein Ehrenbürger aus sich selbst heraus.“ Rischau war 24 Jahre Finanzsenator Lübecks und hatte sich für das Laserzentrum an der Uni eingesetzt, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er wurde. 2010 hat er mit der Uni gekämpft, war Vorsitzender des Hochschulrates von 2013 bis 2015 und Mitbegründer der inzwischen eingestellten International School of New Media.

Die Universität zu Lübeck verleiht Frau Renate Menken die Ehrenbürgerschaft der Universität zu Lübeck in Würdigung ihrer herausragenden Verdienste um die Förderung der Universität zu Lübeck. Als kluge Ratgeberin und tatkräftige Förderin ist sie der Universität seit vielen Jahren verbunden, sie hat mit ihrem großen Engagement die Vielfalt der Wissenschaft an der Universität zu Lübeck einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern bekannt gemacht.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Die Universität zu Lübeck verleiht Frau Renate Menken die Ehrenbürgerschaft der Universität zu Lübeck in Würdigung ihrer herausragenden Verdienste um die Förderung der Universität zu Lübeck. Als kluge Ratgeberin und tatkräftige Förderin ist sie der Universität seit vielen Jahren verbunden, sie hat mit ihrem großen Engagement die Vielfalt der Wissenschaft an der Universität zu Lübeck einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern bekannt gemacht.

Die Laudatio für Renate Menken hält Björn Engholm, der ehemalige Ministerpräsident. Sie ist die erste Ehrenbürgerin, „eine sehr willkommene Erweiterung“. Menken hatte Pharmazie studiert und führte in Lübeck eine Apotheke. Allerdings hat sich Menken, und hier liegt die Begründung der Ehrenbürgerschft, ehrenamtlich und hauptamtlich dem Management der Possehl-Stiftung, welcher sie von 2009 bis 2015 vorsaß, verschrieben. In diesem Zusammenhang war sie unter anderem für die erhebliche finanzielle Unterstützung der Vorhaben der Studierenden im „Lübeck kämpft“-Sommer 2010 verantwortlich. Menken engagierte sich aber nicht nur für die Possehl-Stiftung, sondern setzte sich auch für den Studienfonds, die Schülerakademie und weitere Projekte ein. Zudem, so bemerkt Engholm, sei Menken für ihre oft trockenen, oft witzigen und manchmal scharfen Bemerkungen bekannt und bei einigen gefürchtet. Mutterwitz nennt er es, und er habe es meist eher genossen.

Ihre „Dankesrede“ halten Rischau und Menken gemeinsam, als Dialog. Der trockene Humor ihres Rückblicks ist ein Highlight des Abends.

Dankesrede als DialogLukas Ruge | StudentenPACK.

Dankesrede als Dialog

„Liebe Renate, wie lange kennen wir uns eigentlich schon?“

„Ach Gerd, ’ne kleine Ewigkeit. Seit deiner Jugend und meiner Kindheit. Wir sind miteinander verwandt. So ist das hier in Lübeck, das ist so üblich. Aufgewachsen in einer aufregenden Zeit, als Lübeck um 100.000 Flüchtlinge gewachsen ist und stark wurde. Wir sind uns unzählige Male begegnet und haben trotzdem dabei nicht den Humor verloren. Aber warum fragst du mich das jetzt?“

„Weil ich mir nicht habe vorstellen können, dass wir, ich in meinem vorgerückten Alter, das hier gemeinsam erleben würden.“

„Das geht mir genauso, das mit dem vorgerückten Alter. Aber jetzt haben wir ja gehört, warum wir für würdig gehalten werden, Ehrenbürger unserer Universität zu sein, das Lob ist wie immer übertrieben. Ich bin dennoch tief gerührt über die Ehrung, freue mich darüber und bedanke mich sehr herzlich. Lieber Björn, ich bin auch dankbar und gerührt über das, was du über mich gesagt hast. Ich habe aber immer mit fremdem Geld tun dürfen, das ist ja das Einfachste von der Welt anderer Leute Geld auszugeben. Ich hab es allerdings mit großem Vergnügen getan. Und nun zu dir Gerd, du stehst ja so ein bisschen da wie ein begossener Pudel.“

„Das war jetzt kein Mutterwitz, das steht so in unserem Drehbuch drin. Aber im Ernst, stell dir vor Renate, auch ich bin mit etwas Muffensausen hierher gekommen und mit der Frage, was eigentlich so besonders an mir ist. Lieber Helmuth, einige Fragezeichen sind geblieben. Dennoch gebe ich zu, dass ich mich über diese Ehrung sehr, sehr freue. Deine Worte Helmuth, die Worte eines alten Freundes, die natürlich die Grenzen der Objektivität verlassen mussten, haben mich sehr bewegt. […] So, Renate, jetzt dürfen wir stolz sein!?“

„Du kennst mich doch, haste mich schomal stolz erlebt? Wenn unsere Eltern das noch erleben könnten: Unsere Väter wären stolz auf uns gewesen, und unsere Mütter hätten das alles geglaubt. Ich bin begeistert, total begeistert, aber stolz? Nein.“

„Und was hat dich in Verbindung mit unserer Universität mit Wissenschaft am meisten begeistert?“

„Ganz klar das riesige Engagement der vielen Studierenden, Lehrenden und der zig tausend Bürger Lübecks als es darum ging, 2010 die Universität nicht nur um ihrer selbst willen, sondern um der Stadt willen zu retten. Das war für mich eine besondere historische Leistung, die ich da beobachten durfte. Für mich war es ein besonders großes Erlebnis mit Helmuth, dir und vielen Anderen bei der Großdemo in Kiel unser Possehl-Stiftungs-Transparent hochhalten zu dürfen. Bei brütender Hitze. Ich habe um unser aller alter Leben gefürchtet.“

„Mich haben die gemeinsamen Anstrengungen von Universität und Hochschulen, von Politik und Wirtschaft, von Stiftungen und gemeinnützigen Vereinen begeistert, als es darum ging, Stadt der Wissenschaft zu werden. Die Initiative dazu kam aus dieser Universität, von dem damaligen Präsidenten Peter Dominiak zusammen mit der IHK Lübeck. Wir saßen alle in einem Boot, ein in dieser streitverliebten Stadt besonderes Erlebnis.“

„Das Wort ‚streitverliebt‘ löst bei mir ein sehr positives Echo aus. Bis an mein Lebensende werde ich gern streiten, wenn es sich zu streiten lohnt. Aber zurück zur Stadt der Wissenschaft. Mich begeistert, mit welcher Kreativität Universität und Hochschulen auch dank der Initiativen unseres Wissenschaftsmanagements aus ihren Mauern herausgegangen sind und Jugendliche und Kinder für Wissenschaft begeistert haben. […]“

„Wenn Kinder unsere Zukunft sind, kommt es darauf an im Zweifelsfall allen, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, die Chance zu geben, an den Segnungen der Bildung teilzuhaben. Renate, du wirst hoffentlich einverstanden sein, wenn ich noch einmal eine Persönlichkeit aus dieser Universität nenne, einen Mann der uns mit seiner Initiative, seinem Engagement, und seinen Impulsen begeistert hat: Hans Arnold.“

„Weiß Gott. Sein Wirken war entscheidend dafür, dass wir mit ihm und anderen zusammen den Lübecker Bildungsfonds auf den Weg bringen konnten. In ihn zahlen acht Lübecker Stiftungen seit acht Jahren jährlich mehr als 1,5 Millionen Euro – ein in Deutschland bisher einzigartiges Modell. Wir können dankbar sein, dass wir immer wieder solche Wegbereiter in unserer Stadt haben und ich könnte stundenlang davon erzählen.“

„Aber bitte nicht heute Abend, guck auf die Uhr.“

Noch einmal spielt die Musik auf. Dann wieder Lehnert: „Wir kommen nun zur wichtigsten Auszeichnung, die die Universität zu Lübeck zu vergeben hat. Es geht um die Vergabe einer Ehrenpromotion und wir alle als Universitätsgemeinschaft freuen uns riesig, sind überaus stolz dir, lieber Peter, die Ehrendoktorwürde der Universität zu Lübeck, den Doktor h.c., verleihen zu dürfen.“

Lehnert: Ich habe immer gesagt, dazu stehe ich auch, wir sollen aufhören zu romantisieren. Das Jahr 2010 war 2010 und der Blick geht nach vorne.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Lehnert: Ich habe immer gesagt, dazu stehe ich auch, wir sollen aufhören zu romantisieren. Das Jahr 2010 war 2010 und der Blick geht nach vorne.

„Lassen sie mich kurz einmal sagen, was uns bewogen hat und motiviert hat dies zu tun.“ Wenn es der Promovierende ist, der seine eigene Doktorarbeit verteidigt, so ist es wohl der Laudator, der eine Ehrenpromotion verteidigen muss, und so wird in den nächsten Minuten nicht nur die Biografie sondern auch das Wirken Dominiaks als Wissenschaftler und als Rektor und Präsident detailliert beschrieben.

„Wofür wird eine Ehrenpromotion verliehen? Ich will Ihnen einmal kurz aus der Ordnung unserer Universität für die Verleihung einer Ehrenpromotion zitieren: Sie wird verliehen entweder für eigene herausragende wissenschaftliche Verdienste oder für die Verdienste um die Wissenschaft, für die Wissenschaft auf dem Campus der Uni zu Lübeck.“

„Wir sind bei dir, Peter, in der glücklichen Lage, dies eigentlich für beide Aspekte tun zu dürfen, haben uns aber, trotz deiner unbestritten hohen wissenschaftlichen Verdienste, dazu entschlossen in der Begründung für die Verleihung der Ehrenpromotion den zweiten Halbsatz dieser Ordnung zu nutzen, nämlich ‚für die Verdienste um die Wissenschaft und für die Wissenschaft an der Universität zu Lübeck‘. Dies hat seinen üblichen Gang durch die Gremien genommen und wir sind sehr froh und sehr stolz, dass mit sehr klarer Mehrheit im Senat die Entscheidung gefallen ist, dir diese Ehrenpromotion zu geben.“

Doch weil, wie Lehnert bemerkt, die meisten im Raum mit Prof. Dominiak bekannt sind, nimmt die Rede eine ungewöhnliche Wendung. Gute zehn Minuten nimmt der Präsident der Uni Lübeck das Publikum auf eine Reise durch die Bilddeutung mit, in welcher er ein sechs Jahre altes Bild von Peter Dominiak bei einer Demo zum Anlass nimmt, seine Bedeutung bei den Protesten der Uni im Jahre 2010 festzustellen.

Die Universität zu Lübeck verleiht Herr Professor Dr. Dominiak den Grad eines Doktors der Medizin ehrenhalber, Dr. med. h.c., aufgrund seiner großen Verdienste um die medizinische Wissenschaft, weil er durch die Aufhebung der Fakultätsgrenzen durch die Schaffung von Sektionen zukunftsweisende wissenschaftliche Strukturen etabliert hat, weil er den Weg zur Stiftungsuniversität maßgeblich gestaltet und so die Uni für die Zukunft der Universität zu Lübeck als international angesehener und vernetzter Standort medizinischer Wissenschaft gesichert hat, weil er mit großem persönlichen Engagement und vorbildhaft für alle Mitglieder der Universität für deren Erhalt eingetretenen ist.Lukas Ruge | StudentenPACK.

Die Universität zu Lübeck verleiht Herr Professor Dr. Dominiak den Grad eines Doktors der Medizin ehrenhalber, Dr. med. h.c., aufgrund seiner großen Verdienste um die medizinische Wissenschaft, weil er durch die Aufhebung der Fakultätsgrenzen durch die Schaffung von Sektionen zukunftsweisende wissenschaftliche Strukturen etabliert hat, weil er den Weg zur Stiftungsuniversität maßgeblich gestaltet und so die Uni für die Zukunft der Universität zu Lübeck als international angesehener und vernetzter Standort medizinischer Wissenschaft gesichert hat, weil er mit großem persönlichen Engagement und vorbildhaft für alle Mitglieder der Universität für deren Erhalt eingetretenen ist.

„Ich habe immer gesagt, dazu stehe ich auch, wir sollen aufhören zu romantisieren. Das Jahr 2010 war 2010 und der Blick geht nach vorne. Dennoch lohnt es sich hier einmal einen kleinen Blick zurück zu tun. Ich möchte, wenn Sie mir erlauben, in den nächsten fünf Minuten, ich versuche es so kurz wie möglich zu machen, Sie mitnehmen in das Prinzip der Bildbeschreibung und Ikonographie. Sie sehen eigentlich hier auf den ersten Blick nur einen Herren, der läuft, und hinter ihm formiert sich im Halbrund eine Gruppe jüngerer Leute in schwarz-gelben T-Shirts. So könnte man das Bild sehen. Am Ende meiner Betrachtungen, hoffe ich, werden Sie mit mir übereinstimmen, dass es wesentlich mehr ist und dass es vielleicht den Anschein einer fotografisch perfekten Komposition besitzt.“

Die Bilddeutung ist durchaus unterhaltsam, doch als sie vorbei ist, sind die vorgesehenen zwei Stunden der Veranstaltung bereits verstrichen und noch ist der Preis nicht vergeben.

Prof Dr. med, Dr h.c. Peter DominiakLukas Ruge | StudentenPACK.

Prof Dr. med, Dr h.c. Peter Dominiak

Bei so viel Lob ist dann auch Peter Dominiak platt und beginnt seine Rede mit den Worten „Jetzt muss ich erstmal Luft holen…“. Zu seiner Schlagfertigkeit findet der ehemalige Präsident schnell zurück. „Wenn Sie mir zugestehen als Dank an die Universität eine Minute über jedes Jahr zu reden, dass ich hier sehr gerne gearbeitet habe, dann sind wir schon in etwa 24 Minuten fertig. Es kommt keine Gegenwehr?“

„Wenn ich zurückdenke, was ich vor genau 28 Jahren, 1988, als der Lehrstuhl am‘ Institut für Pharmakologie ausgeschrieben war, von Lübeck und seiner Universität wusste, dann waren es vom 50-DM-Schein das Holstentor, die Brüder Thomas und Heinrich Mann, Günter Grass, Willy Brandt und Björn Engholm und natürlich Lübecker Marzipan. Bevor ich meine Bewerbung nach Lübeck schickte, vergewisserte ich mich, ob es hier wirklich eine Universität gäbe (Lachen). Es gab sie, die Medizinische Universität zu Lübeck, kurz MUzL, und Professor Scriba, ihr ehemaliger Rektor, klärte mich in München auf, was das Akronym bedeutete, M.U.Z.L, MUzL: Münchner Universität, Zweigstelle Lübeck. Und als ich im August 1990 hier anfing und durch das damals ziemlich neue Zentralklinikum ging, hörte ich als Begrüßung tatsächlich häufig „Grüß Gott“.

wer hätte das damals, 1990, gedacht.Lukas Ruge | StudentenPACK.

wer hätte das damals, 1990, gedacht.

„Mittlerweile lebe ich hier seit 26 Jahren, viel länger als in meiner Heimatstadt Darmstadt, und der Austausch München – Lübeck ist ebenfalls Geschichte. Seither hat sich hier unglaublich viel verändert: Aus dem einzigen Studiengang, Medizin, mit insgesamt circa 1500 Studentinnen und Studenten im Jahre 1990, sind mittlerweile 14 Studiengänge entstanden mit rund 5000 Studentinnen und Studenten, aus dem beschaulichen Campus ist ein ganzer Hochschulstadtteil erwachsen, aus dem an beiden Hochschulen rund 11.000 bis 12.000 junge Menschen ihrem Studium nachgehen. Mit Fraunhofer-Institut, neuen Forschungsgebäuden, wie dem CBBM oder dem Hendrik-Lehnert-Bau (Lachen), Audimax und den, ich nenne sie einfach mal Mildner-Gebäuden und, und, und… Die überall gut sichtbaren Baukräne weisen darauf hin, dass hier die nächsten Jahre ein neues Klinikum des UKSH entsteht und weitere Forschungsgebäude aus dem Boden wachsen, wer hätte das damals, 1990, gedacht.“

Die Rede endet, wie sie enden muss, mit Dank bevor Hendrik Lehnert die Gäste mit Cervantes, dessen Warnung vor langen Reden am heutigen Abend unerhört blieb, zum Empfang im Foyer entlässt: „Sei mäßig im Trinken und bedenke, daß reichlich genossener Wein kein Geheimnis bewahrt.“

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