Zum zweiten Mal tagten die Fachschaften der Medizintechnik.Sebastian Pook

Zum zweiten Mal tagten die Fachschaften der Medizintechnik.

„Hallo, wir sind das Orga-Team! Wenn ihr Veranstaltungswünsche habt, ruft sie einfach“ – „Macht dieselbe Konferenz nochmal!“ – „Dieselbe Konferenz, alles klar!“. So oder so ähnlich muss es in den Köpfen einiger Fachschaftler im Winter 2014 geklungen haben.

Die knapp zehnköpfige „OrgaOrga“-Crew der Fachschaft MINT, die im Oktober 2014 die 75. Konferenz der deutschsprachigen Mathematikfachschaften (KoMa) erstmals in Lübeck ausgerichtet hat, hat sich gerade erst von der intensiven, schlaflosen Zeit während und vor des Zusammentreffens vieler Mathematikfachschaften aus Deutschland, der Schweiz und Österreich erholt. Alles ging wieder seine normalen Wege, der Schlafrhythmus wurde wiederhergestellt und es konnte wieder zu normalen Zeiten gegessen werden. An sich kein Grund, sich wie die Cantina-Band zu fühlen.

Knapp ein Jahr danach, genauer vom 21. bis 25. Oktober, fand die zweite Konferenz der Medizintechnikfachschaften, die sogenannte KOMET in Lübeck statt. Es kamen etwa 30 Medizintechniker und Medizinphysiker auf unseren Campus, um sich über ihr Fach auszutauschen.

Wie kam es dazu? Während der Großteil der Fachschaft an der KoMa mitgeholfen hat, waren zwei Vertreterinnen auf einer anderen, sehr jungen Konferenz, der KOMET. Sie ist die Bundesfachschaftentagung der Medizintechnikstudenten und fand zum ersten Mal überhaupt in Erlangen statt. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die KOMET weitergeführt werden soll, und so wurde nach einem Gastgeber für die nachfolgende Konferenz gesucht.

Mit dieser Intention kamen beide zurück nach Lübeck und brachten in der ersten FS MINT Sitzung zusammen mit den Kollegen der Fachschaft Angewandte Naturwissenschaften der FH Lübeck den Vorschlag, die zweite KOMET zu organisieren, ein. Die Frage wurde tatsächlich kontrovers diskutiert: Viele der potenziellen FH-Orgas wären zur Konferenzzeit keine gewählten Mitglieder mehr oder gar nicht mehr in Lübeck gewesen; seitens der Uni-Fachschaft sah es ähnlich aus. Zudem sind die meisten potenziellen Orgas Mathematiker – und eben keine Medizintechniker.

Doch den Meisten fiel trotz dieser Bedenken die Entscheidung nicht schwer und so war klar: Die KOMET 2015 kommt nach Lübeck. Eine solche Konferenz erfordert aber nicht wenig Organisation, von der eigenen Erfahrung konnte jedoch viel Gebrauch gemacht werden. Man braucht Räume und Schlafplätze, Essen und ein Rahmenprogramm. Und man braucht Geld.

Seit feststand, dass die Fachschaften der Lübecker Uni und FH gemeinsam die zweite KOMET ausrichten werden, hat sich das neue Orga-Team um all dies bemüht. Für die Übernachtung konnte mit Unterstützung von Petra Roßkopf vom Hochschulsport eine Sporthalle mieten, tagsüber gab es einen Aufenthaltsraum in den Räumen des Technikzentrum Lübeck im MFC 1. Das Institut für Mathematical Image Computing hatte freundlicherweise ihren Besprechungsraum als Orga-Büro zur Verfügung gestellt; zu guter Letzt wurden Konferenzräume an der Fachhochschule und im Audimax gefunden. Als Rahmenprogramm gab es für die Teilnehmer eine Stadtführung durch die Altstadt, mithilfe von P++ wurde auch die Lübecker Kneipenkultur näher gebracht. Eine Werksführung bei Dräger und fachliche Vorträge der Professoren Buzug und Wenkebach rundeten das Programm von fachlicher Seite her ab.

Anfangsplenum in gemütlicher RundeStudentenPACK | StudentenPACK.

Anfangsplenum in gemütlicher Runde

Da die Konferenz erst zum zweiten Mal stattfand, wurde auch versucht, eine langfristige Struktur anzulegen. Viel Einfluss kam dabei von der KoMa. Dementsprechend wurde ein Förderverein gegründet und auch auf Seiten der IT-Infrastruktur wurden die Grundsteine mit einer eigenen, langfristig konzipierten Homepage gelegt. Und schon jetzt steht fest, dass die dritte KOMET im nächsten Jahr von der Fachschaft Stuttgart/Tübingen ausgerichtet wird.

Die thematische Arbeit fand in über die Tage verteilten Arbeitskreisen statt. Da die KOMET noch sehr jung ist, befassten sich die KOMET-Teilnehmer neben allgemeinen Austausch-AKs zu Themen wie Finanzierung, Nachwuchssuche und Fachschaftsaufgaben mit Fragen wie „Was ist Medizintechnik für euch?“.

Als langfristige Projekte sollen über die Konferenz hinaus eine Datenbank über Medizintechnik-Masterstudiengänge angelegt werden. Daneben entsandte die KOMET Mitglieder in den studentischen Akkreditierungspool, der Kommissionen für die (Re-)Akkreditierung von Studiengängen besetzt.

Das Orga-Team war nach der Konferenz zwar übermüdet und musste einigen Schlaf nachholen, war aber insgesamt zufrieden. Die Konferenz lief im groben Ganzen wie geplant und alle Teilnehmer sind satt geworden. Auch die Zusammenarbeit der Hochschulen hat sehr gut funktioniert. Mit Biomedizintechnikern aus der FS AN der FH und vielen Mitorganisatoren der KoMa im letzten Jahr von der Uni waren die Orgas eine bunte Gruppe, in der produktiv gearbeitet wurde.

Die KOMET war nach mehreren kleinen Kooperationen wie beim Campus Open Air die größte gemeinsame hochschulübergreifende Veranstaltung von FH- und Uni-Studenten. Sie zeigt, was möglich ist, wenn man sich traut, auf die gegenüberliegende Seite des Mönkhofer Wegs zu blicken.

War’s das also? Nicht selten hörte man einen Orga sagen: „Bei der nächsten Konferenz könnten wir das so machen!“. Viel Auswahl gibt es leider nicht mehr. Viele BuFaTas der Uni-Fächer fanden vor langer Zeit, wie die KIF im Jahr 2005, bzw. kurzer Zeit in Lübeck statt: 2012 die bvmd-Mitgliederversammlung der Mediziner, 2013 das Biomedical Students Symposium der MLSler und 2014 die KoMa der Mathematiker. Da die Universitätsleitung jedoch fleißig mit dem Gründen von Studiengängen ist, kann es doch sein, dass es bald wieder heißt: „Dieselbe Konferenz, alles klar!“

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