Um die Debatte um den Namen der Universität voranzutreiben, hat die Redaktion Vorschläge aus der Senatssitzung, aus der Umfrage unter den Studierenden und den Vorschlag des ehemaligen Präsidenten der Universität zu Lübeck, Prof. Peter Dominiak, genauer betrachtet. Neben einer kurzen Einleitung haben wir Pro- und Contra-Argumente gesammelt, um fair zu bleiben wurden die Positionen unter den Redakteuren ausgelost und jeder verpflichtet, die ihm zugesprochene Position in der Redaktion vehement, aber sachlich und faktengestützt, zu vertreten. Die Reihenfolge der Vorschläge ist ebenfalls zufällig.

Universität zu Lübeck

„Universität zu Lübeck“ ist seit 2002 offizieller Name der einzigen Universität der Stadt Lübeck.

Lübeck war, anders als viele andere Städte vergleichbarer Größe und meist geringerer wirtschaftlicher Bedeutung, nicht unter den Städten, die im Zuge der Universitätsgründungen nach dem Mittelalter in Deutschland eine Hochschule eröffneten. Für einige Jahre (um 1490) bot Lübeck allerdings der Uni Rostock Zuflucht, als diese in Rostock nicht erwünscht war. Abgesehen davon blieb Lübeck bis zum Jahr 1985 ohne Universität.

Überregionale Bekanntheit erlangte die Universität zu Lübeck im Jahr 2010, als die Pläne der Kieler Landesregierung, die Medizinische Fakultät zu schließen, zu der größten Demonstration Schleswig-Holsteins führte.
Was heute die Universität zu Lübeck ist, ist wohl deutscher Spitzenreiter der Umbenennungen pro Jahr: „Medizinische Akademie Lübeck“ (1964 - 1973), „Medizinische Hochschule Lübeck“ (1973-1985), „Medizinische Universität zu Lübeck“ (1985-2002), „Universität zu Lübeck“ (2002-2014), „Stiftungsuniversität zu Lübeck“ (1.1.-20.4.2015) und „Universität zu Lübeck“ (seitdem).
ProContra
Der Name „Universität zu Lübeck“ ist etabliert und weithin bekannt.Eine Universität ohne eine bekannte Persönlichkeit im Namen hat keine nach dieser benannten Gesellschaften oder Stiftungen als Unterstützer, die im Falle einer drohenden Schließung für die Universität kämpfen oder sie finanziell fördern.
Durch „Lübeck kämpft“ ist die Uni Lübeck zu einer Marke geworden, eine Namensänderung würde höchstens zu Verwechslungen führen.Wenn selbst Lokalpolitiker (konkret: Silke Mählenhoff von den Grünen bei einem Diskussionsforum im Mai 2013) die „Universität zu Lübeck“ bei der Aufzählung aller Lübecker Hochschulen vergessen, ist der Name keine bekannte „Marke“.
Eine Umbenennung würde nicht nur Geld für neue Schilder und die Änderung des Corporate Designs kosten, sondern auch mit einem möglichen Prestigeverlust einhergehen.Ein großer Teil derer, die momentan am Namen „Universität zu Lübeck“ festhalten wollen, sind Studenten. Diese werden in etwa fünf Jahren die Uni verlassen haben, sodass sich die nachfolgenden Studierendengenerationen mit dem neuen Namen identifizieren werden – unabhängig davon, wie genau er lautet.
Viele Errungenschaften der Universität sind untrennbar mit diesem Namen verknüpft. Diese Verbindung würde durch eine Namensänderung verloren gehen.Mit der Umwandlung in eine Stiftungsuniversität hat die Universität einen besonderen Weg eingeschlagen. Eine zeitnahe Umbenennung stellt eine angemessene Würdigung dieses Schritts dar und würde mit Sicherheit noch einmal für Aufmerksamkeit sorgen.
Mehrere Meinungsumfragen bestätigen den Namen als Favoriten unter den Studierenden und der Bevölkerung. Die Studierenden und auch die Lübecker Bevölkerung identifizieren sich mit der Universität zu Lübeck auch über den Namen.Mit der fragwürdigen Verleihung der Ehrendoktorwürde an Annette Schavan im vergangenen Jahr hat die „Universität zu Lübeck“ sich selbst in Verruf gebracht.
Die Diskussion um eine Namensänderung wurde bisher weder ergebnisoffen noch transparent geführt. Man kann die Durchführung daher nicht gutheißen.
„Universität zu Lübeck“ spiegelt alles wider, ohne falsche Versprechungen zu machen.
Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, den Namen zu ändern.

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