In Jahrelanger Arbeit entworfen, im November beschlossen und seitdem geplant: Am 10 Juni ist es soweit, der neue Busfahrplan für Lübeck, der aus Fahrgastzählungen im letzten Winter, Bürgervorschlägen und Expertenmeinung entstanden ist, wird eingeführt. Was sich ändert sind weitgehend Details. Die grundlegende Struktur des sternförmigen Lübecker Netzes, in dem fast alle Linien über den ZOB verkehren, bleibt.

Busfahrende Studenten werden insbesondere eine Änderung bemerken: Es gibt keine 19 mehr. Die Strecke aus der Innenstadt an der Uni, parallel zur unveränderten Linie 9 über den Mönkhofer Weg zu Universität und Fachhochschule übernimmt dann die Linie 1.

Als Verstärkung für die morgendliche Linie 17 auf dem Weg zur Uni kommt die Buslinie 32 hinzu. Sie soll als Schnellbus ab ZOB zu den Hochschulen fahren und dabei die meisten Haltestellen dazwischen überspringen. Mit der 32 geht es in 16 Minuten vom Hauptbahnhof zur Stephensonstraße an der FH. Auf der Ratzeburger Alle hingegen bleibt alles beim alten: mit der 6 und der 4 kann man bis zur Universität fahren. Ebenfalls unverändert bleiben die Linien 5,17,18,21,30,35 und 38.

Für Studenten klingt das also nach zukünftig mehr Bussen und direkteren Verbindungen aus der Innenstadt. Eines der Ergebnisse der Mitarbeit des Referats für Öffentlichkeitsarbeit des AStA in den vom Stadtverkehr und der Stadt Lübeck organisierten Bürgerwerkstatt „Vorfahrt für Ideen“. Dort konnten in den letzten Jahren alle interessierten Bürger Vorschläge einbringen die in die Planung von Hansestadt, Stadtverkehr, LVG sowie einem Gutachterbüro aus Karlsruhe eingeflossen sind.

Ansonsten ändert sich bei den meisten Linien nur Details und meist nur, wenn man den Bereich der Innenstadt verlässt. So kommen Beschwerden aus Dörfern wie Vorrade, Wulfsdorf und Beidendorf. Bisher wahren die Randbereiche der Stadt stündlich erreichbar gewesen, zukünftig wird dort auch Wochentags die Dauer zwischen den Bussen größer. Während sich deswegen bereits Bürgerproteste formen, dürfte es die meisten Studenten kaum betreffen.

Bei all den Veränderungen darf eines allerdings bezweifelt werden: Dass die Busse sich zukünftig besser an den Fahrplan halten als bisher. Dennoch, der Stadtverkehr ändert auch sein Timing. Üblicherweise werden nun alle Buslinien im 30 Minuten Takt fahren. Dort wo zwei Linien verkehren sollen diese so versetzt sein, dass ein 15 Minuten Takt entsteht. In Hauptverkehrszeiten an Wochentagen zwischen 07:00 Uhr Morgens und 17:00 Uhr fahren die Linien 1, 9 und 6 alle 15 Minuten. Die Linie 4 bleibt halbstündlich.

Am Abend ändert sich wenig: Busse werden wie immer rar. Ab 20:30 Uhr wechseln alle Linien auf ein einen stündlichen Rhythmus. Die letzten Busse des Abends fahren um 0:30 Uhr vom ZOB zur bekannten Sternfahrt. Der nächste Bus fährt dann erst morgens, je nachdem wo man ist, zwischen 4:00 und 5:00 Uhr. Am Wochenende bietet der Stadtverkehr ebenfalls ein bekanntes Bild und schraubt die Taktung zurück: Alle Linien fahren entweder 30 oder 60 minütig. Es gilt also auch weiterhin, was heute schon gilt: Abends und am Wochenende setzt der geneigte Student besser aufs Fahrrad oder präzise Planung.

Zum Strand kommt man neben der Bahn mit den Linien 30 und 40, die einen direkt zur Priwallfähre bringen. Natürlich gilt auch mit dem neuen Fahrplan: Die Busse in Lübeck, die Bahn nach Travemünde und Timmendorf und auch die Priwallfähre können Studenten mit ihrem Studierendenausweis kostenlos nutzen. Wer jedoch Zahlen muss: Weiterhin gibt es 3 Preisstufen im Lübecker Liniennetz. Wer in der Kernzone bleibt fährt in Preisstufe 1, das heißt eine Tageskarte kostet 4,9 Euro (und 3,5 Euro mehr, wenn man ein Fahrrad mitnimmt). Die Kernzone beinhaltet die Innenstadt, die Uni und reicht bis hinaus zum CITTI-Park. Wer die Kernzone Verlässt muss, je nachdem wie viele Außenbereich er bereisen möchte, zwischen 7,7 Euro bis zu 9,7 Euro für eine Tageskarte zahlen.

So sieht sie aus die Überarbeitung des „historisch gewachsene“ Liniennetzes, wie sie der Stadtverkehr in Broschüren und Magazinen nun den Lübeckern nahebringt. Wer mehr über das neue Liniennetz erfahren möchte kann dies unter www.sv-lübeck.de tun, wo auch schon die Pläne für jede einzelne Haltestelle zu finden sind oder die Servicenummer unter 0451/888-2727 anrufen.

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