Lukas Ruge | StudentenPACK.

StuPa-Präsident Christoph Leschczyk eröffnet die Vollversammlung der Studierendenschaft.

Am 26. Januar hat das StuPa das erst Mal seit „Lübeck Kämpft“ wieder eine Vollversammlung einberufen. Auch wenn die Uni momentan nicht in akuter Gefahr ist, so wollten wir mit euch einige Dinge besprechen. Nach einer kurzen Eröffnung der Versammlung durch den StuPa-Präsidenten, stellte der AStA-Vorsitzende Matthias Salzenberg kurz unsere Gremien vor. Gerade jüngere Semester kennen sich in der Struktur der studentischen Selbstverwaltung noch nicht so gut aus.

Dann ging es aber mit dem ersten richtigen Thema, den Studiengebühren, los. Es wurde zunächst einmal die problematische Haushaltslage in Schleswig-Holstein dargestellt: Die Hochschulen sind nicht nur wie überall unterfinanziert. Berechnet man bei dein Landeszuschüssen die Inflationsrate mit ein, so kommen wir auf Zahlen, die auf dem Niveau der 80er- und 90er-Jahre liegen. Um mehr Geld für die Hochschulen zu bekommen, kam der Landesrechnungshof unter anderem wieder auf die Studiengebühren. Die Präsidien der Hochschulen begrüßen diesen erneuten Vorstoß. SPD, FDP und Linke lehnen dies strikt ab. Bei den Grünen gibt es zumindest eine kleine Gruppe, die darüber diskutieren will. „Und die CDU sagt: Wenn keiner mitmacht, wollen wir auch nicht“, berichtete Matthias. Nun haben wir als Studierendenvertreter immer Studiengebühren abgelehnt. Jedoch wollte wir hierzu die Studierendenschaft einmal selber befragen.

Die Option „Nachgelagerte Studiengebühren“, welche auch unsere Uni präferiert, bekam wenig Zuspruch. Es würde unsere Uni unattraktiver machen. Außerdem benötigt man einen großen Verwaltungsapperat, welcher das Geld am Ende „eintreiben“ müsste. Was nützt es uns aber, wenn wir in 5 bis 10 Jahren das Geld bekommen, aber vorher schon pleite sind? „Wer ist denn komplett gegen jede Art von Studiengebühren?“, fragt Matthias anschließend in die Runde. Nur ungefähr 60 Prozent hielten ihre grüne Karte hoch. Ein Ergebnis, was wir nicht erwartet haben. Am Ende gab es noch ein Kompromissmodell: Wir wären bereit, moderate Studiengebühren zu zahlen, wenn das Land wieder massive in den Bildungssektor investierte. Diese Idee fand ungefähr bei 75 Prozent Zustimmung. Wir werden die Ergebnisse für unser weiteres Vorgehen berücksichtigen.

Zweites Thema war der Naziaufmarsch. Zunächst referierte Bernd Meimberg, Mitglied beim VVN und den örtlichen Bündnissen gegen Rechts, über die Neonazi-Szene rund um Lübeck. Anschließend wurde über den Stand der Dinge der Organisation der Gegendemo berichtet. Dieses Jahr bringen sich die Studierendenvertreter stärker ein, auch im Bündnis „Wir können sie stoppen“. Da bei der Gremienevaluation teilweise der Linksruck kritisiert wurde, erbat Christoph Leschczyk die Legitimation für diese Teilnahme. Abgesehen von zwei roten Kärtchen gab es hier allerdings ein klares Votum, weiter zu machen.

Letztes Thema war die Mensa. Es wurden einige Problem- und Kritikpunkte zum Mensa-Essen angesprochen und darüber direkt abgestimmt: Der Einsatz von Soßenbinderen, Fertigzutaten und so weiter soll reduziert werden, um Qualität und Geschmack des Essens aufzuwerten. Allergiehinweise und allgemeine typische Symbole sollen, wie im Internet auch, in der Mensa auf der Tafel vorhanden sein. Die Essensausgabe soll umstrukturiert werden. Da die normale Portion für den einen zu viel und für den anderen zu wenig ist, soll es eine Selbstbedienung geben. Das ganze soll nicht mehr Kosten verursachen. An anderen Mensen wird das Konzept schon durchgeführt. Die Angestellten für die Essensausgabe könnten weitere Aufgaben in der Küche übernehmen. Da das Biogericht wenig verkauft wurde, soll es durch mehr Biokomponenten bei den normalen Gerichten ersetzt werden. Alle Punkte fanden eine breite Zustimmung. 80 Prozent würden auch eine Preissteigerung von 20 Cent für besser Qualität in Kauf nehmen, die Hälfte sogar eine Steigerung von 50 Cent.

Nun war noch Zeit dafür, dass die Studenten uns Anregungen für unsere weitere Arbeit geben konnten. Nach 1,5 Stunden ging die Vollversammlung zu Ende. Es waren circa 400 Studierende anwesend. Leider gab es bei einigen Probleme mit so genannten „freiwilligen“ Kursen, weshalb sie nicht anwesend sein konnten. Wir werden dies das nächste Mal berücksichtigen, damit bei der nächsten Vollversammlung noch mehr von euch kommen können.

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