Es gab da einen Streik. Das leidige Thema kennt Ihr ja, wir wollten viel erreichen, viel kritisieren, aber unterm Strich erreicht haben wir eigentlich beinahe gar nichts.

Dennoch -ich meine, obwohl die Studierenden eigentlich keine politische Lobby haben- baut die Gesellschaft weiter auf die Tugenden der deutschen Wirtschaft: Vorsprung in Wissenschaft und Forschung. Dabei werden sogar die Jobperspektiven immer schlechter. Und obwohl Qualifikation heutzutage immer mehr mit Flexibilität und weitgefächerter Qualifikation zu tun hat, wird versucht, die Bedürfnisse der Betriebe zu sättigen, ohne Rücksicht auf den Werdegang der einzelnen Individuen. Das Studium soll gestrafft und zielgerichteter sein, die Ausbildung muß innovativ und aktuell sein, obwohl die Mittel immer weiter gekürzt werden, ebenso wie die Studienzeit gesenkt werden soll, bei gleichzeitigem Abbau der Studienfördermittel.

Es bleibt vielen Studierenden neben Studium und Nebenjob nur noch wenig Zeit für die Teilnahme am Leben der Gesellschaft bzw. das politische Engagement wird zum Luxus, was z.B. eine Beteiligung von ca.20% an Hochschulwahlen unterstreichen mag. Natürlich stehen auch die Studierenden unter dem Einfluß der in der Gesellschaft überall aufkeimenden Politikverdrossenheit, dennoch formierten sich die Studierenden deutschlandweit zu einem Basiskongreß vom 8.-11. Januar 1998 in Berlin, auf dem über weitere Ziele, Aktionen und Möglichkeiten diskutiert und geplant wurde. Die Zielsetzung des Kongresses war eindeutig:

„Wenn wir aber diese Kürzungen (im Sozial- und Bildungswesen – Amn.d.Red.) nicht hinnehmen, wenn wir mehr Geld fordern, dann müssen wir sagen, woher es kommen soll, woher wir es nehmen wollen. … Wenn es eine Lösung geben soll, kann sie nur von den Betroffenen kommen. Darum ist dieser Streik ist ein politischer Streik.“

Aus der Begrüßungsrede vom 8.Januar 1998

Eine besonders pressewirksame Blüte dieser Zusammenkunft war z.B. der Plan, die FDP Berlin durch plötzliche Mitgliedschaft von über 50% Studierenden politisch entscheidungsunfähig zu machen.

Dieser Kongreß ist leider bereits schon etwas antiquiert, wer die Ergebnisse allerdings noch nicht kennt, dem empfehle ich dringend einmal einen Abstecher auf die BUG-Seiten der TU-Berlin zu unternehmen (http://www.bug.tu-berlin.de). Dort wurden viele Ergebnisse und Forderungskataloge publiziert und bieten eine gute Einsicht, in das, was von Studierenden Ausgearbeitet wurde.

Ich werde über den Nachfolger, dem BUG 2, in der nächsten Ausgabe berichten, dieser Kongreß fand in Bielefeld vom 10.-14. Juni 1998 statt und ob seiner Aktualität, war ich noch nicht in der Lage an aktuelle, wahrscheinlich noch nicht existierende Ergebnisse zu gelangen, da zudem von unserer Universität auch meines Wissens niemand an dem Kongreß teilnahm. Dennoch hier aber für die interessierten Leser ein Link auf die hoffentlich bald prall gefüllten Webseiten des Kongresses: http://hotline.net/bug2/.

Amir Madany Mamlouk, für den  AK Politischer Kontakt
madany@informatik.mu-luebeck.de

 

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